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12 JUGENDFUSSBALL Nr.180 |Donnerstag, 7. August 2025 Unterschied istoft Kopfsache DFB-StützpunkttrainerSchlerf über Chancen im Jugendfußball Welche Schwerpunkte setzenSie im Training? Im Vordergrund steht dieindividuelleSchulunginkleinenGruppen, orientiertander „Trainingsphilosophie Deutschland“. Es geht also weniger um Mannschaftstaktik, sondern um die ganzheitliche Entwicklung der einzelnen Spieler*innen -technisch, taktisch undmental. Arbeiten Sie mitden Vereinstrainern der Spieler zusammen? Ja, in Einzelfällen - etwa bei Spielbeobachtungen. Zudem ladenwir alleVereinstrainer zweimal jährlich zu den DFB-Trainingsdialogen ein. Dort präsentieren wir ein Demo-Training und geben Hinweise zuaktuellenTrainingsthemen. Neu Größer Regionaler Horst Schlerf ist DFB-StützpunkttrainerinFreising. FUPA Welche Fördermaßnahmen stehen den Talenten zur Verfügung? ZurFörderung der besten Spieler werden regelmäßig Stützpunktvergleiche in der Halle oder auf demRasen durchgeführt, beidenensie sich präsentierenund für weitere Maßnahmen in derRegionalauswahl qualifizieren können. Diese Veranstaltungen ziehen auch die Aufmerksamkeit der Scouts für die Nachwuchsleistungszentren der Bundesligisten auf sich und können für dieTop-Spielerzueinem Sprungbrettnach oben werden. Für Druckfehler keine Haftung. Wassind die größten Hürden auf dem Weginden Profifußball? Nicht alleSpieler*innen sind bereit für einen Vereinswechsel in höhere Spielklassen, da derAufwand natürlich entsprechend höherist. Es istnicht einfachFamilie, Schule und Talentförderung für vielelange Jahre in der Jugendzeit unter einen Hut zu bekommen. Dafürbraucht es außergewöhnliches Talent, sehr viel familiäre Unterstützung, hohe Eigenmotivation und einen sehr stabilen bodenständigen Charakter. Können Sie ein Beispielfür einen erfolgreichenSpieler nennen? EingutesBeispielist Maximilian Thalhammer.Erspielteinder Jugend beim SE Freising und trainierte auch am DFB-Stützpunkt. Inzwischen steht er beim SV WaldhofMannheiminder3.Liga unter Vertrag, war zuvor unter anderem beim VfL Osnabrück, Jahn Regensburg unddem FC Ingolstadt aktiv. Wasunterscheidet „gute“ von „außergewöhnlichen“ Talenten? Ichdenke derUnterschiedist reine Kopfsache,willensstarkeund schlaue Spieler werden es eher schaffen.Die fußballerischen Fähigkeiten entwickeln sich dann im Leistungsbereichauch kontinuierlich weiter. Wie realistisch ist derTraum vom Profifußball heute? Der Traum war noch nie richtig realistisch,dennnur ganz wenige schaffen esihn auch zu verwirklichen. Seit den Anfängen im Jahr 2008 habe ichsehrviele Talente imDFB-Stützpunkttraining kommen und gehen sehen, leiderhatesbisheutekeinerdauerhaft bis indie Bundesliga geschafft. Wasmotiviert Sie persönlich an derArbeit mit jungen Talenten? DerUmgangmit denKindern macht meistens sehr viel Spaß, manbekommt durchdie individuelleFörderungschnellermehr zurückals beim Training miterwachsenen Spielern. Es ist immer wieder faszinierend, wie sich dieTalente auf dem Wegvon der U12 bis zur U15 spielerisch und menschlich entwickeln. Und amEnde können sie alle richtig gut Fußball spielen! Waswünschen Sie sich für die Zukunft des Nachwuchsfußballs -lokal wie bundesweit? Ichglaube, da müssen wiruns keine Sorgen machen. Fußball ist und bleibt die schönste Nebensache, auch in der Zukunft werden sich viele Kinder davon faszinieren lassen - ich hoffe, meineEnkel auch! Wenn Sie drei Dinge im Nachwuchsfußball ändern könnten -welche wären das? Mehr Fairplay, weniger Egoismus und noch mehr positives Engagement -und zwar nicht nur auf, sondern auch neben demPlatz. KRISTINA FUNK Zur Person Horst Schlerf (Jahrgang1963) ist DFB-Stützpunkttrainer in Freising und Inhaber der UEFAYouth B Licence. Er war selbst aktiver Spieler beim1. FC Nürnberg und in mehrerenVereinen der Bayernliga. Seit 2002 isterJugendtrainer beim SE Freising, seit 2008 leitet er den DFB-Stützpunkt Freising. Kontakt: dfb-stuetzpunkt@sefreising1927.de 0176/52810517 Regionale Qualität zum fairen Preis! z.B.: - Kartoffeln vom Biohof Meidinger-Mintraching - Frische Eier auch vom Goglhof in Hörgertshausen und vom Hof Gut Hollern in Eching Für Sie geöffnet: Montag-Samstag von 7 bis www.rewe.de Uhr Da war die Luft raus: DieZwangspausen in derCorona-Zeithatten auch negative Auswirkungen auf denJugendfiußball. FOTO: ZINK
13 JUGENDFUSSBALL Nr.180 |Donnerstag, 7.August 2025 Teamgeist &Talentförderung So entwickelt derSVVötting seine Nachwuchskicker Freising - Im Freisinger Stadtteil Vötting ist der SV Vötting-Weihenstephan weit mehr als ein Sportverein -erist ein Ort der Gemeinschaft, der Begegnung unddes Zusammenhalts.Vor allem in der Jugendarbeit zeigt sich, wie viel Engagement und Herzblut in diesem Verein stecken. Mit drei Herren Teamsund derDamen Mannschaftsowie elf Juniorenteams bei denJungs, einer Bambini-Mannschaft, drei Mädchenteams in Spielgemeinschaft mit dem Sportclub Freising und der SG Eichenfeld(Freising United) ist der SV Vötting eine richtig aktive und attraktive Adresse für die Fußballjugend derRegion -und das,ohneseine Wurzeln als familiärer Breitensportverein aus den Augen zu verlieren. Breite und Qualität - kein Widerspruch Was den SVV besonders macht: In keiner Altersklasseist bei den Junioren eine Spielgemeinschaft notwendig. In einer Zeit, in der viele Vereine mit Nachwuchsmangel kämpfen, einstarkes Zeichen. „Dasmacht uns schon stolz“, sagt Bernd Sacher,Jugendleiterbeim SVV. Im Mittelpunkt steht dabei immer der Spaß amSpiel und der Gemeinschaft. Doch werambitionierter trainieren möchte, bekommt auch die Chance dazu. „Wenn ein Team leistungsorientierter arbeiten will, unterstützen wir das gezielt“, so Sacher. DerErfolg bestätigtden Weg: Mit derC-Jugend spieltevergangene Saison erstmals in derVereinsgeschichte ein Team in derBezirksoberliga. In den vergangenen Jahren wurden zudem mehrere Spieler aus unterschiedlichen Jahrgängen in den DFB-Stützpunkt Freising aufgenommen und erhielten dort zusätzlich zum Mannschaftstraining eine Förderungauf höchstemNiveau. „Soklein sind wiralsogar nicht mehr“,sagt Sacher miteinemLächeln. Auch andere Vereine wurdenauf die Talente aufmerksam -doch keiner der Jungs verließ den Verein. „Alle unsere Stützpunktspieler sind beim SVV geblieben -das spricht fürsich.“ Ein Grund für diese Entwicklung ist auch das hohe Ausbildungsniveau. Alle ehrenamtlichen Trainer haben die Möglichkeit, eine offizielle Lizenz zuerwerben-einAngebot, das nicht nur die Qualität hebt, sondern auch die Bindung an denVerein stärkt. „Es steckt viel Arbeit dahinter, aber eslohnt sich!“, betont Sacher. „Wir bilden dieses Jahr neun Trainer:innen für unsere Jugendteams beim Bayerischen Fußball-Verbandaus.“ Auch die Trainingsmethoden sind mittlerweile am Puls der Zeit. Konditionseinheiten ohne Ball sind passé -beim SV Vötting wird vorallemgespielt:Technik, Spielformen, Kleinfeldturniere. „Überall fliegen Bälle herum, es werden Tore geschossen“, berichtet Sacher schmunzelnd. „Das macht den Kindern viel mehr Spaß als Rundenlaufen.“ Doch bei aller Leidenschaft stößt der Verein auch an räumliche Grenzen. „Wir haben unglaublich viele Mannschaften auf wenig Platz -die Trainingszeiten zukoordinieren ist eine Herausforderung“, erklärt Sacher.Umso wichtigerist das Engagement der Trainer und auch Fürden perfekten Rasen Für jedenPlatz die richtige Maschine! Mit den Mährobotern von Husqvarna, Kress und Echo. Erdinger Straße 16 •85356 Freising Telefon: 08161/23360•www.ismaier.de der Eltern. „Das ist Teamarbeit im besten Sinne -nicht nur auf demPlatz.“ Für die Zukunft wünscht sich der Verein eine bessere Infrastruktur: „Ein Flutlicht aufunserem Hauptplatz wäre eine riesige Chance, Trainings- und Spielbetrieb deutlichflexibler und effizienter zu gestalten. Ein eigener Kunstrasenplatz ist derzeit wohl leider utopisch, was sehr zu bedauern ist-doch auch ein erleichterter Zugang zu bestehendenKunstrasenplätzenin Freising undUmgebung, idealerweisezufairenKonditionenoder sogar kostenlos, wäre eine große Hilfe-schließlichist derSVVötting auch ein Verein der Stadt“, so Sacher. „Und wenn ichmir nochetwas wünschen darf: Die Damen-EM, die amWochenende ja geendet ist, hat eindrucksvoll gezeigt, wievielBegeisterung undPotenzial im Mädchenfußball steckt. Wir würden uns sehr freuen, in unseren vielen Junioren-Teams noch viel mehr MädchenimTraining begrüßen zu dürfen -und idealerweisevielleichtsogareine eigene Mädchen-F-Jugend anbietenzukönnen“. MitHerz und Perspektive Trotz wachsender Konkurrenz durch digitale Freizeitangebote gelingt es demSVVötting weiterhin, die Jugend für den Fußball zu begeistern. „Fußball steht nicht mehr automatisch im Mittelpunkt.Wir sind eben auchein Teil des gesellschaftlichen Wandels“, sagt Sacher. Erschwert wird die Situation durch den Zeitdruck vieler Familien -erleichtert aberdurch die enge Bindung an den Stadtteil. „Wenn wir einenSpielergewinnen, kommt oft der Bruder oder ein Freund gleich mit“,erzählt Sacher. Und selbst wer einmal wechselt, bleibt oft verbunden: „Die Kids sitzen dannbei uns aufder Tribüne, feuern ihreehemaligen Teams an -und vielleicht tragen sie irgendwann wieder unser Trikot.“ KRISTINA FUNK
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