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MENSCHEN Früher Fußball-Profi, jetzt Golf-Lehrer: Michael Rensing stand lange Zeit im Tor des FC Bayern und weiterer Bundesliga-Clubs. INTERVIEW „Golflehrer ist ein absoluter Traumjob“ Michael Rensing war knapp 20 Jahre lang Torwart in der Fußball-Bundesliga. Nun ist der 40-Jährige Golflehrer. Grünland hat mit ihm über seine Zeit bei Bayern München und Bayer Leverkusen sowie seinen neuen Traumjob und die Ausbildung gesprochen. 28
Wenn Champions-League-Finale und ein Major-Finaltag parallel laufen - was sehen Sie sich an? Da gibt es nur eine Möglichkeit: Das Champions-League-Finale auf dem großen Fernseher und das Major gleichzeitig auf dem iPad. Das wäre wohl die perfekte Lösung. Sie waren viele Jahre Fußball-Profi und sind jetzt Golf-Professional. Wie kam es dazu und was macht den Reiz von Golf für Sie aus? Mit 27 habe ich mit dem Golfspielen angefangen, schon parallel zu meiner Fußballzeit. Da hat mich mein damaliger Torwarttrainer gefragt, ob ich auf die Driving Range mitkommen würde. Ich probierte es aus, ging auf den Platz und als ich dort den Ball zum ersten Mal richtig getroffen habe und er der Sonne entgegenflog, packte mich die Sucht. Dieses Gefühl wollte ich wieder haben. Das war der Startschuss. Als ich zurück in Köln war, suchte ich mir einen Club. Am Alten Fließ begann ich dann mit dem Training. Und wie kam es, dass Sie eine Ausbildung zum Fully Qualified Professional gemacht haben? Ausschlaggebend dafür war mein alter Kollege und Freund Manu Friedrich (spielte mit Rensing in der Bundesliga für Bayer Leverkusen, Anm. d. Red.). Er ist diesen Weg vor mir gegangen, hat mir davon erzählt, wie toll und spannend seine Ausbildung in Hubbelrath gewesen ist. Das hat mich inspiriert; ich meldete mich für den Pre Course an und kam in Kontakt mit Lars Thiele vom Düsseldorfer GC, den ich schon aus der Hummelbachaue kannte. Mir war sofort klar, dass ich bei ihm eine Ausbildung machen möchte. Wo sehen Sie Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Fußball und Golf? Parallelen gibt es vor allem zur Position als Torwart, weil du da beim Fußball auch in gewisser Weise Einzelkämpfer bist. Das ist im mentalen Bereich sehr ähnlich zu Golf. Man muss die gesamte Spielzeit in jeder Situation voll da sein und kann nie nachlassen. Es kann sein, dass du gleich in den ersten Minuten ein Tor kassierst, hast aber noch das ganze Spiel vor dir. Oder du hast 90 Minuten kaum etwas zu tun, musst aber immer hochkonzentriert bleiben. Dazu erfordern beide Sportarten ungemein viel Fleiß, um besser zu werden und nach ganz oben zu kommen. An der Spitze kommt eben nur ein sehr geringer Prozentsatz an. Wichtig ist in beiden Sportarten, Widerstände zu meistern und beharrlich zu bleiben. Sie sprachen davon, dass Lars Thiele ein Mentor für Sie ist. Inwiefern? Es ist für mich ein großes Glück, dass ich die Ausbildung bei Lars machen konnte. Wir ergänzen und verstehen uns perfekt. Er ist immer für mich da, ich kann unglaublich viel von ihm lernen. Lars ist zweifelsohne einer der besten Trainer in Deutschland. Wir tauschen uns regelmäßig über unsere Schüler aus und unternehmen mittlerweile auch privat viel gemeinsam. Rensings Stationen 2002-2010: FC Bayern München 2011-2012: 1. FC Köln 2012-2013: Bayer Leverkusen 2013-2020: Fortuna Düsseldorf Heute gehört er dem Aufsichtsrat von Fortuna Düsseldorf an und bildet sich beim DFB im Bereich Management fort. Harry Kane, Gareth Bale, Thomas Müller, Oliver Kahn - es spielen wahnsinnig viele Ex-Fußballprofis Golf. Zu wem haben Sie noch Kontakt oder treffen sich auf eine Runde? Aus meiner Zeit bei Bayern gibt es noch einige Kontakte. Vor allem aber auch zu den alten Kollegen aus mei- 29
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