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KOLUMNE RYDER CUP Gänsehaut am ersten Tee - Was wir vom Ryder Cup lernen können Eine Kolumne von Felix Lechner (Vorstand Professional Golf AG, PGA of Germany) Alle zwei Jahre beweist der Ryder Cup, dass Golf nicht nur ein Sport der Präzision, sondern auch der Emotion ist. Der Kontinentalvergleich Europa gegen USA elektrisiert wie ein WM-Finale. Und er zeigt: Golf kann Fans begeistern - nicht trotz, sondern wegen seiner Eigenheiten. In Bayern, wo zahlreiche hervorragende Anlagen Deutschlands liegen, wartet dieses Potenzial nur darauf, geweckt zu werden. Was fehlt, ist weniger Infrastruktur als vielmehr Inszenierung. Vom Einzelsport zum Teamgeist - lokal gedacht Der Ryder Cup lebt vom Wir-Gefühl. Warum nicht auch in Bayern Formate entwickeln, die auf Teams setzen und auch allen Mitgliedern des Clubs die Teilnahme ermöglichen? Ob Club gegen Club, Oberbayern gegen Niederbayern oder kleine Jugend-Ryder-Cups - der Reiz liegt in der Identifikation. Solche Turniere könnten in Clubs nicht nur sportlich, sondern auch gesellschaftlich viel bewegen. Man stelle sich vor: Clubfarben, Clubhymnen - Golf zum Anfassen und Mitfiebern. Vielleicht nicht mit 30.000 Fans, aber mit 300 engagierten Mitgliedern, die ihren Club feiern. Bayerns Rolle im Golf- Deutschland von morgen Mit rund 145.000 aktiven Spielerinnen und Spielern ist Bayern nicht nur zahlenmäßig das Zentrum des deutschen Golfs. Es ist auch wirtschaftlich und touristisch prädestiniert für Golfprojekte mit Strahlkraft. Das Final Four der Deutschen Golf Liga am Riedhof südlich von München - ebenfalls ein Teamwettbewerb. Die BMW International Open im GC München Eichenried oder die German Challenge im Wittelsbacher GC - mit Tradition und bayerischem Charme - sind Beispiele, wie man Menschen eine emotionale Bindung zum Golfsport geben kann. Felix Lechner Wenn im September der Ryder Cup erwacht, dann sollten wir in Bayern nicht schlafen. Der Ryder Cup ist mehr als ein sportliches Großereignis. Er ist ein Spiegel - und eine Chance. Für Golfclubs, Verbände und Medien. Für PGA-Professionals, Jugendtrainer, Clubmanager und vor allem: für Golf als Erlebnis. Sonnenaufgang beim Ryder Cup 2023 in Rom - fotografiert von Felix Lechner Die Sonne ist kaum über den Horizont Das Bild, das Sie hier sehen, ist mehr gestiegen, doch die Tribünen beben. als nur ein Sonnenaufgang über dem Tausende Fans skandieren Namen, ersten Grün. Es ist ein Symbol für das, feuern an, jubeln - und das auf einem was Golf sein kann - und für das, was Golfplatz. Nicht irgendwo, sondern ihm in Deutschland oft fehlt: Leidenschaft, Lautstärke und Emotion. Beim in Italien, Rom. Es ist Ryder Cup. Es ist Emotion. Es ist 6:50 Uhr. Es ist Ausnahmezustand. voller Adrenalin, Gänsehaut am Schuss dieses Bildes war ich selbst ganzen Körper, einer Träne im Auge, verschwitzt vom Sprint zum ersten Tee, um eine der 30.000 Personen zu sein, die einen der noch freien 2.500 begehrten Plätze ergattert. Während uns dieses Gefühl in den Fußball-Stadien Deutschlands wohlbekannt ist, so ist das auf den Fairways in Deutschland eher die Ausnahme. Der Moment auf dem Foto ist elektrisierend. Die aufgehende Sonne trifft auf die aufgeheizte Menge. In dieser Szenerie liegt die Aufforderung an uns alle: Zeigt Golf als Erlebnis! In Social Media, auf Clubseiten, in lokalen Medien. Gerade Jugendliche, die immer schwerer für Sport und Golf im Besonderen zu gewinnen sind, könnten hier einen neuen Zugang finden. Nicht über Regeln und Etikette, sondern über Gänsehaut, Gemeinschaft und Emotionen. Aber auch für alle Golfspielerinnen und Golfspieler in den Clubs: Packt eure Freunde, eure Kinder, eure Eltern und Bekannten und bringt sie auf die Anlagen. Vorurteile abbauen, Hürden nehmen, Faszination erzeugen, Sport erleben. Wenn wir diese Chancen nutzen, könnte ein ähnliches Bild auch irgendwo in Deutschland entstehen. Ich wäre dabei, mit Gänsehaut und „Left-Side of the Tee“. 50 51
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