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SeePanorama WILDNIS HEIMAT: Die Natur im Tal neu erleben Kunstausstellung Ikigai Christian Awe Der Fliegen-Ragwurz Schöner Blender „IKIGAI“ bedeutet im Japanischen soviel wie Lebensfreude, Glücksmoment oder Zufriedenheit. Unter diesem Titel präsentiert der international renommierte Künstler Christian Awe im Hotel Bachmair Weissach seine „Wasserbilder“ in einer Ausstellung, kuratiert von den Experten für zeitgenössische Kunst Mon Müllerschön und Benedikt Müller. Fliegen-Ragwurz Ophrys insectifera ORCHIDEENGEWÄCHS Steinadlerwanderung Das Tegernseer Tal ist auch heute noch Heimat einiger weniger Steinadler. Auf zwei Wanderungen mit Heimatführern - durchs Söllbachtal nach Kampen und um den Wallberg - können Sie sich alles Wissenswerte über den seltenen „König der Lüfte“ aus erster Hand erzählen lassen. Ganz nebenbei berichten die Heimatführer Interessantes über die hiesigen Almen und die Landwirtschaft sowie über Kultur und Geschichte des Tegernseer Tals. Nach fünf bis Virtuos kombiniert Christian Awe Farben und Formen zu eindrucksvollen Farblandschaften und nimmt den Betrachter mit auf eine Reise der Sinne und der Emotionen. Ein Fest aus Farbe, die für den Berliner Maler Lebensenergie und Passion bedeutet. Noch bis Dienstag, 12. Juli 2022 Spa & Resort Bachmair Weissach, Wiesseer Straße 1, Rottach-Egern Höhe: 10 - 40cm Lebensraum: Magerrasen, Trockenrasen, in lichten Kiefernwälder oder Schotterbänke von Gebirgsflüssen Vorkommen: Sehr selten, Rote Liste 3 (gefährdet) Überdüngung und zu starke Nährstoffeinträge auf mageren Wiesen und Weiden gefährden den Bestand des Fliegenragwurz sechs Stunden und rund 150 bzw. 500 Höhenmetern werden Sie um einiges schlauer zurückkehren. Fernglas nicht vergessen! Von 7. Juni bis 20. September, an sechs Dienstagen, jeweils 10.00 Uhr Start Bad Wiessee: Wanderparkplatz Im Söllbachgrund Vom 31. Mai bis 4. Oktober, an sieben Dienstagen, ab 9.15 Uhr Start Rottach-Egern: Tourist-Information, Nördl. Hauptstr. 9 Die genauen Sommer-Termine finden Sie in der Programmübersicht ab der Seite 60 Fotos: Dietmar Denger (links), Bachmair Weissach (rechts) Der schöne Schein trügt mitunter. So auch bei vielen Orchideen. Sie sehen toll aus, aber für den Erhalt unserer Insekten leisten sie keinen Beitrag. In deren Augen scheinen sie Nektar zu geben, tun es aber schlichtweg nicht. Sie täuschen also die Tiere, locken sie zur Bestäubung an, liefern aber nichts ab. Dazu muss man wissen: Die Männchen der Grabwespe schlüpfen einige Tage vor den Weibchen. Kaum geschlüpft, suchen sie schon eine Partnerwespe. Da kommt der Ragwurz ins Spiel: Er blüht pfiffigerweise genau zu der Zeit, da die Wespenmännchen schon geschlüpft sind, die passenden Weibchen dazu aber noch nicht. Er sieht so aus wie diese und duftet oben- wackliges Konstrukt zur Selbsterhaltung, vor allem in Zeiten des Klimawandels. Es sind wenige Tage, während derer sich der Fliegenragwurz so fortpflanzen kann. Verändert sich das Klima, so könnten sich die engen Zeitfenster verschieben: Kommt die Blüte zu früh, dann funktioniert das nicht mehr. Doch Orchideen kennen noch mehr drein genauso. Die liebestollen Wes- Der Ragwurz ist nicht die einzige Orchi- Täuschmanöver. Nehmen wir zum penmännchen fallen darauf herein dee, die das so macht. Auch der streng Beispiel den Fliegenragwurz: Man und steuern die Blüten zur Begattung geschützte Frauenschuh beispielswei- VERLEIH kann seine Blüte Ende Mai, Anfang Juni in den Weißach-Auen bewun- an. Noch ehe sie ihren Irrflug realisieren, haben sie die Blüte bestäubt und se, trickst seinen Symbiose-Partner aus, ohne den sich Orchideen nicht dern. Dort findet er den mageren Kalk- ihren Job erfüllt. vermehren könnten. In diesem Fall boden, den viele Orchideen brauchen. die Sandbiene. Die Spezialisierung auf SEGELN www.segelschule-stickl.de Telefon: 08022 75472 SURFEN SUP Foto: Florian Bossert Wenn Sie sich diese Orchidee genauer anschauen, fällt Ihnen vielleicht auf: Der Fliegenragwurz sieht aus wie eine Wespe. Genau genommen ist er in seiner Form dem Weibchen der Grabwespe sehr ähnlich. Und das hat einen etwas hinterhältigen Grund: Sie locken die Männchen dieser Wespe an, um sie selbst als Bestäuber zu benutzen. Ganz schön frech, das Ganze: In der Annahme, von lauter Weibchen umgeben zu sein, fliegt die Wespe von Blüte zu Blüte und trägt dabei den Ragwurz-Pollen von einer zur anderen. Nicht einmal Nektar fällt dabei für das Insekt ab. Doch sobald das erste Weibchen schlüpft, fliegt der Schwindel auf. Ein ausgefuchstes, aber leider auch einen ganz bestimmten Bestäuber ist der Grund, warum Orchideen die artenreichsten Blütenpflanzen sind. Der Bestäuber fliegt nur zwischen Blüten ein und derselben Art hin und her. So haben sich über lange Zeit viele Orchideenarten gebildet, ohne sich zu kreuzen oder zu verändern. EVENTS Florian Bossert arbeitet als Gebietsbetreuer Mangfallgebirge im Auftrag des Landkreises Miesbach und des Bayerischen Naturschutzfonds. In dieser Funktion hilft er auf unterschiedliche Weise und mit viel Herz, intakte Ökosysteme unserer Berge zu schützen und die Artenvielfalt zu erhalten. Mit den Seeseiten-Lesern teilt er sein Wissen über die Natur der Region. 14 15
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